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Sandra Hummel legt eine tiefschwarze, flauschige Fleecejacke auf den Tisch. Auf der rechten Brustfläche strahlt das Logo eines italienischen Holzproduzenten. Wäre die schöne Grafik auch flauschig umrahmt, läge die Jacke nicht hier. Doch der Stoff ist stumpf und platt gedrückt. Für Sandra Hummel ein klarer Fall: Hier hat ein Textildienstleister offensichtlich am Temperaturregler gedreht und somit den Stoff ums Logo herum in Mitleidenschaft gezogen.

Zehn Minuten später ist der Fall, zu dem das Expertenwissen von THERMOTEX angefragt wurde, vielleicht nicht vergessen, aber abgehakt. Die schwarze Jacke ist ins Archiv gewandert und eine E-Mail mit Erläuterungen an den betroffenen Dienstleister unterwegs. „So was kann schon mal passieren“, weiß die 56-Jährige. Und sie muss es wissen. Seit gut zehn Jahren verantwortet Sandra Hummel bei THERMOTEX den Unternehmensbereich Embleme. Untergebracht ist der im Werk 2, etwa 250 Meter südlich des Hauptsitzes. Hier steht ihr Schreibtisch, hier dreht sich alles um die professionelle Veredelung von Textilien und vor allem von Berufskleidung durch Aufdrucke jeglicher Art.

"Eine unserer Hauptaufgaben ist die Beratung, der Verkauf und die Produktion vielfältiger Embleme."

Sandra Hummel

Leitung Emblemecenter

Es wird mit Hochdruck gearbeitet 


Das Eckbüro im ersten Stock ist lichtdurchflutet und auf zwei Seiten gläsern. Wenn Sandra Hummel über ihren Monitor auf dem Schreibtisch schaut, blickt sie ins Großraumbüro, in dem ihr Team arbeitet. Direkt daneben – ebenfalls durch eine transparente Wand immer in Sichtweite – die Embleme-Produktion. THERMOTEX ist zwar in erster Linie Produzent und Händler von leistungsstarken Geräten zur Kennzeichnung von Textilien, übernimmt aber auch Aufträge, etwa um Spitzen bei Partnern oder Kunden abzufedern.

An diesem Donnerstagvormittag bedrucken Fabiana Mihai und Somkit Janphrom zig Wäschesäcke mit dem Logo der Syltklinik, einer Einrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Das Duo ist eingespielt: Somkit Janphrom bereitet jeweils einen Transfer mit dem negativen Logo vor, während Fabiana Mihai den weißen Wäschesack auf der unteren Arbeitsplatte der Transferpresse glattstreicht, das Transfer auflegt und den Arm mit dem Heizkopf in Stellung bringt. Er ist richtig heiß – und zwar richtig heiß im Sinne von 200° Grad. Einen Knopfdruck später senkt sich der rechteckige Heizkopf langsam auf den Unterschuh bis es nicht mehr weitergeht – und dann noch ein bisschen. Der Druck zwischen den beiden Platten, die den Wäschesack und die Transferfolie mit dem Logo umfassen, liegt bei fünf Bar. Das blau leuchtende Display der Trans Press 20 zeigt aber nicht nur diese Werte an, sondern auch den voreingestellten Timer, der mit dem Aufeinandertreffen der beiden Platten automatisch gestartet ist.

Sandra Hummel wirft einen Blick aufs Display. Die Uhr zeigt eine verbleibende Zeit von 13 Sekunden an. Dann ist ein Zischen zu hören, die beiden Platten lösen sich, und der Arm mit dem Heizkopf fährt in seine Ausgangsstellung. Fabiana Mihai zieht das Textil vorsichtig herdunter, hält es gegen das Licht. Die beiden Kolleginnen nehmen den jetzt bedruckten Wäschesack gemeinsam mit Sandra Hummel kurz in Augenschein. Alles richtig. Die nächste Runde beginnt und Sandra Hummel macht sich wieder auf den Weg in ihr Büro.

Drei Komponenten braucht’s

Temperatur, Zeit und Druck – „das sind die drei Stellschrauben, wenn es um das Veredeln oder Patchen von Textilien geht“, erklärt die Fachfrau. Abhängig sind die vom zu bedruckenden Stoff, der Art des Emblems und dem daraus resultierenden Verfahren. Eine schwere Sicherheitsweste für Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr setzt andere Werte voraus als ein leichtes Polohemd für die Mitarbeiterin in der Leitstelle. Die Herausforderung dabei: Logo und Wortmarke des Airports sollen auf beiden Kleidungsstücken gleich aussehen – und zwar nicht nur direkt nach der Auslieferung, sondern auch nach zehn, zwanzig oder fünfzig industriellen Waschgängen. Eine falsche Einstellung oder ein unpassendes Verfahren hat zudem nicht nur optische Folgen, wie bei der schwarzen Fleecejacke. Sie kann auch zu echten Beschädigungen führen, indem Schutzfunktionen des Kleidungsstücks außer Kraft gesetzt werden. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen, die THERMOTEX mit seinen Patchmaschinen und dem dazugehörigen Wissen erfüllt. Weltweit.

 

„Temperatur, Zeit und Druck – das sind die drei Stellschrauben, wenn es um das Veredeln von Textilien geht.“

Eine der Hauptaufgaben und die Kompetenz des Teams im Embleme-Center ist in diesem Zusammenhang die Beratung, der Vertrieb und die Herstellung von Emblemen in unterschiedlichen Ausführungen. Der Kunde – in der Regel ein Textildienstleister – übermittelt das gewünschte Motiv, die Art des Patches und die Textilien, auf denen es aufgebracht werden soll. Für das Team um Sandra Hummel beginnt dann ein umfassender Gestaltungsprozess: Denn am Ende müssen Logo oder Motiv so auf dem Textil erscheinen, wie es der Kunde wünscht – mit den richtigen Farben, mit genügend Kontrast und langlebig. Der erste Teil dieses Prozesses wird am Computer mit einer speziellen Software erledigt, danach steht die Produktion der Embleme oder Patches an. Auf großen Drucklinien werden die Transferfolien mit den entsprechenden Farbschichten an der richtigen Stelle bedruckt und anschließend – je nach Produkt, weiterverarbeitet. Auf diese Weise entstehen sowohl zwei- als auch dreidimensionale Embleme und Transfers, die später für Aufsehen oder Information auf der Kleidung sorgen. THERMOTEX schickt seinen Auftraggebern schließlich die exakt passenden Produkte sowie die dazugehörigen Werte und Anleitungen. Zum Service gehört für die Badenerin auch, dass sie Kunden dafür besucht und berät.

Eine für alle

Dass Sandra Hummel heute bei THERMOTEX die erste Anlaufstelle ist, wenn es um Embleme geht, ist ein bisschen dem Zufall geschuldet. Als sie vor 25 Jahren aus Augsburg zurück an den Oberrhein gezogen ist, übernahm sie als Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Marketing bei THERMOTEX Aufgaben in genau diesem Bereich. Im Laufe der Zeit kam das Embleme-Center dazu, das in seiner Bedeutung immer größer wurde. Eine Zeitlang betreute sie beide Unternehmensbereiche parallel. „Irgendwann musste man sich entscheiden“, erinnert sich Sandra Hummel. Bereut hat sie diesen Schritt vor gut zehn Jahren nicht. Davon zeugt das strahlende Lächeln, wenn sie über ihre Arbeit, die Kollegen und die gemeinsamen Aufgaben spricht …

 

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